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14.04.2026 - DPR legt Positionspapier zur Primärversorgung vor
Ohne Pflegekompetenz keine zukunftsfeste Versorgung
Wer Primärversorgung reformieren will, muss die Profession Pflege konsequent einbinden. Der Deutsche Pflegerat hat dazu das Positionspapier „Primärversorgung zukunftsfest gestalten – Pflegekompetenz konsequent einbinden“ vorgelegt. Die Botschaft ist klar: Ohne Pflegekompetenz gibt es keine zielgerichtete, bedarfsgerechte und nachhaltige Versorgung.
Primärversorgung ist der Teil des Gesundheitswesens, den Menschen unmittelbar erleben: wohnortnah, niedrigschwellig, kontinuierlich und alltagsbezogen. Die Profession Pflege hat hier eine wichtige Schlüsselrolle. In der Primärversorgung geht es um Fachwissen, Kontinuität, Koordination und verlässliche Begleitung auch komplexer Versorgungslagen. Der demografische Wandel, zunehmende Multimorbidität, wachsende Koordinierungsbedarfe und der Fachpersonalmangel im Gesundheitswesen erhöhen diesen Anspruch. Reformen, die pflegerische Kompetenz nicht begreifen bzw. nur am Rand behandeln, greifen zu kurz.
„Zukunftsfeste Primärversorgung entsteht dort, wo Pflege als eigenständige Profession konsequent mitgedacht und eingebunden wird. Pflege gestaltet Versorgung, übernimmt Verantwortung und bringt ihre wissenschaftlich fundierten und rechtlich verankerten Kompetenzen wirksam in das Gesundheitswesen ein. Wer Primärversorgung stärken will, muss diese Kompetenzen selbstständig, verbindlich und auf Augenhöhe nutzen“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats.
Im Zentrum des DPR-Positionspapiers steht, was nötig ist: eine klare Unterscheidung zwischen eigenverantwortlicher professioneller Pflege und delegationsgebundener Assistenz, der konsequente Ausbau von Handlungsfeldern für Advanced Practice Nurses (APN), Community Health Nurses (CHN) und School Health Nurses (SHN) in der Primärversorgung, mehr pflegewissenschaftliche Evidenz in gesundheitspolitischen Entscheidungen, eine rechtssichere Verankerung erweiterter pflegerischer Kompetenzen in der direkten Versorgung sowie eine interprofessionelle Primärversorgung, die die Eigenständigkeit der Professionen achtet.
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