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16.01.2026 - Pflegefachpersonalmangel verschlechtert Versorgung – Studienlage seit Jahren eindeutig
Deutscher Pflegerat: Gute Arbeitsbedingungen und Qualifikation sind entscheidend für Pflegequalität
Die aktuelle wissenschaftliche Studienlage bestätigt die langjährigen Forderungen des Deutschen Pflegerats (DPR): Wo Pflegefachpersonen fehlen oder nicht ausreichend qualifiziert sind, verschlechtern sich Versorgung und Pflegequalität. Dies mit messbaren Folgen für Krankheitshäufigkeit (Morbidität) und Sterblichkeit (Mortalität).
Eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim und des ifo Instituts zur Grenzregion zwischen Deutschland und der Schweiz zeigt dies deutlich. Die Analyse basiert auf Daten von 2006 bis 2017. In diesem Zeitraum führte die Abwanderung von Pflegefachpersonen aufgrund besserer Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu einem Rückgang des Pflegefachpersonals in grenznahen deutschen Kliniken um rund zwölf Prozent. In der Folge stieg dort die Krankenhaussterblichkeit um 4,4 Prozent, besondere bei älteren Menschen und Patient:innen in akuten und kritischen Notfallsituationen. Auch die Lebenserwartung der Bevölkerung sank messbar.
„Diese Ergebnisse bestätigen, was die internationale Pflegeforschung seit über 20 Jahren zeigt“, erklärt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. Große internationale Studien, unter anderem aus dem RN4CAST-Forschungsprogramm, belegen kontinuierlich: Je mehr Patient:innen eine Pflegefachperson versorgen muss, desto höher ist das Risiko für Komplikationen und Todesfälle. Jeder zusätzliche Patient pro Pflegefachperson erhöht das Sterberisiko um etwa 7 Prozent. Umgekehrt senkt ein höherer Anteil akademisch qualifizierter Pflegefachpersonen mit ausgewiesener Expertise die Sterblichkeit signifikant.
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